Golfsport und Biodiversität standen diesmal im Zentrum des Neumarkter Unternehmerstammtischs

Welchen Beitrag können Golfanlagen für Biodiversität und Artenschutz leisten. Das war Thema beim Sommertreffen des Neumarkter Unternehmerstammtischs Nachhaltigkeit. Für den Landkreis Neumarkt ein durchaus wichtiges Thema, verfügt der Landkreis doch mit insgesamt fünf Golfanlagen über eine besonders hohe Dichte an Golfplätzen, so Johannes Ehrnsperger von der Neumarkter Lammsbräu und Werner Thumann vom Landschaftspflegeverband in ihrer Begrüßung. 

Zu Gast war man beim Golfplatz am Habsberg, einer von insgesamt drei Golfplätzen der Jura Golf Park GmbH. Geschäftsführerin Frau Angelika Eckardt war es ein Anliegen, die Bemühungen um naturnahe Flächen und um Artenvielfalt herauszustellen, sei dies doch mittlerweile für die gesellschaftliche Akzeptanz und für das Image jedes Golfplatzes essentiell. Natur und Landschaft geben ja auch den attraktiven Rahmen für diesen Sport, so Frau Eckardt, und daher habe man eine hohe Verantwortung für diese „anvertraute“ Landschaft. Am Beispiel des Golfplatzes Habsberg wurde der Grundaufbau einer Golfanlage erläutert. Rund zwei Drittel jeder Golfanlage besteht aus extensiven Flächen, die für Natur- und Artenschutz zur Verfügung stehen. Und rund ein Drittel wird von den Spielbahnen eingenommen. Für den Golfplatz Habsberg, der über rund 85 ha Fläche verfügt, bedeutet das rund 55ha Naturflächen. Ein großer Anteil davon sind Ausgleichflächen, es gibt aber auch darüberhinausgehende freiwillige Maßnahmen. 

Die richtige Pflege dieser Extensivwiesen, Blühflächen, Streuobstwiesen, Kleingewässer, Steinriegel oder Hecken- und Baumelemente ist eine riesige Aufgabe und Herausforderung, so Frau Eckardt. 

Ein Schlüssel für mehr Verständnis hierfür, insbesondere auch bei den Mitgliedern, ist für Frau Eckardt die Umweltbildung. Ein Projekt mit Schülerinnen und Schülern vom Gymnasium Parsberg, die Kartierungen zu Insekten und Amphibien machten, steht hierfür besonders beispielhaft. Was die Schülerinnen Schüler hier alles entdecken, begeistert die Mitarbeiter am Golfplatz jedes Jahr von Neuem. Auch dass der Wanderschäfer über die randlichen Flächen des Golfplatzes zieht, ist eine gute Sache für den Biotopverbund, transportieren die Schafe doch in ihrem Fell viele Samen und sorgen so für den genetischen Austausch zwischen den Magerrasen außerhalb und innerhalb des Golfplatzes. 

Mit Dr. Gunther Hardt, Sachverständiger für Anlage und Pflege von Golfanlagen und Leiter des DGV-Arbeitskreises Biodiversität, konnte ein hochkarätiger Referent für das Thema „Golf und Biodiversität“ gewonnen werden. Er berät seit Jahrzehnten, so auch die Jura Golf Park GmbH, zu mehr Natur und Artenvielfalt auf den Golfplätzen. Das Siegel „Golf und Natur“ in Gold als höchste Auszeichnung oder die erfolgreiche Teilnahme am Blühpakt Bayern, eine Initiative des Bayerischen Umweltministeriums, sind Belohnung dieser Bemühungen für die Golfanlage Habsberg. 

Bei einer kleinen Rundfahrt über den Golfplatz konnten an diesem Sommerabend herrliche blütenreiche Wiesen und Säume bewundert werden. Dort blühten gerade unter anderem unzählige Kreuzenziane, eine bayenweit bedrohte Art. Und nebenan konnte mit dem Warzenbeißer eine bedrohte Heuschreckenart entdeckt werden; als Insekt des Jahres 2026 steht diese Langfühlerschrecke als Symbol für die bedrohte Vielfalt auf extensiv genutzten Wiesen und beweideten Magerrasen.